Ein Krokodil zuviel

Ein Krokodil zuviel Ill: Gabriele Kernke
Verlag: Annette Betz

Inhaltsangabe

Georg liebt Tiere.

Deshalb hat er auch Kühe und Pferde, Schweine und Affen, ein Nashorn und vier Krokodile in seinem Zimmer. Das darf er nur, weil niemand außer Georg diese Tiere sehen kann.
Allerdings: Ein Krokodil ist zuviel, denn es frißt dauernd Georgs Hausschuhe !
Bis es Georg zuviel wird…

Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien (Ehrenliste)

Rezensionen

Georg liebt Tiere. Wahrscheinlich ist er auch deshalb stolzer Besitzer einer Eule, eines weißen Schwans, von zwei Kühen, vier Pferden, fünf Schweinen, sieben Affen, einem Nashorn und vier Krokodilen. Nicht schlecht für einen Jungen, der ein Kinderzimmer durchschnittlicher Raumgröße besitzt. Georg selbst hätte mit seinen “Zimmerhaustieren” keine Schwierigkeiten. Wäre da nicht ein Krokodil, das ausgerechnet seine Hausschuhe täglich frisst. Seinen Eltern das Problem zu erklären scheitert daran, dass diese die Tiere nicht einmal wahrnehmen können. Georg entwickelt eine nicht gerade alltägliche Lösungsstrategie: Er bietet seinen Freunden an, sich in ein x-beliebiges Bilderbuch zurückzuziehen.

Man kann von Glück reden, dass Georg noch zu jenen Kindern zählt, die anstelle einer Fülle von Videokassetten eine Fülle von Bilderbüchern besitzen. Denn ansonsten hätte er wohl immer noch Probleme, seine Hausschuhe zu finden.

Text und Illustrationen stehen in stetem Wechsel. Die Bilder regen zum Verweilen, Suchen und Finden an. Nahezu jede Textpassage ist im Bild wiederzuentdecken. Diese absolut gut gelungene Kooperation hält die kindliche Aufmerksamkeit aufrecht, da mit dem Vorgelesenen sofort etwas entdeckt werden kann. Meistens sprengen die Illustrationen den vorgegebenen Bildrahmen und vereinnahmen so den Text – eine gelungene Einheit entsteht. Das Buchthema ist optimal aufgearbeitet.

Die Lösung des vifen Georg, seine Tierfreunde zurück in die Literatur zu schicken, zeigt, wie wertvoll es sein kann, viele Bücher zu besitzen. Denn in vielen Büchern hat auch viel Eigenphantasie Platz, und das nicht nur bei Kindern. Ein Bilderbuch, sehr zu empfehlen, weil es sich endlich einmal auf pfiffige Weise für Kinderliteratur einsetzt.

Susanne Schiefermair

Die originell erdachte und aufgelöste Geschichte um einen phantasiebegabten Jungen ist witzig gestaltet und lebt von der sprachlich sehr sauber herausgearbeiteten Gegenüberstellung der realen Erwachsenenwelt und der phanatasievollen Vorstellungswelt eines Kindes. Mit starken Strichen, kräftigen Farben und gekonntem Wechsel der Perspektiven setzt die Illustratorin die ideenreiche Geschichte um. Die Ausstattung des Buches, die ebenso dynamische wie variantenreiche Gestaltung von Einband, Vorsatzblatt und erster Innenseite vermittelt schon vorneweg Frische und Einfallsreichtum.

KKJL